Kurpark und Geschichte

DAS KURHAUS Bad Gleichenberg wird von einem rund 20 ha großen Kurpark umgeben, der 1837 von Emma Capello, Reichsgräfin von Wickenburg, begründet wurde. Gräfin Emma war die Ehefrau von Mathias Constantin Capello, Graf von Wickenburg, der 1834 mit dem Gleichenberger und Johannisbrunnen Actienverein nicht nur die erste Aktiengesellschaft Österreichs gründete, sondern auch den Grundstein für die Etablierung von Bad Gleichenberg als Curort legte.

Der Park ist sehr abwechslungsreich gestaltet und mit zahlreichen exotischen Gewächsen bepflanzt. Unter den rund 500 Bäumen befinden sich beispielsweise Maulbeerbaum, Schnurbaum, Zeder, Amberbaum, Götterbaum, Sumpfzypresse, Perückenstrauch, Paloniabaum, Magnolie oder Essigbaum. Eines der Wahrzeichen des Kurparks ist der Mammutbaum (Wellingtonia), der 1872 gepflanzt wurde. Er ist mittlerweile 50 m hoch und hat einen Stammumfang von 11 m. Seine ursprüngliche Heimat ist Kalifornien, er kann über 100 m hoch werden und ein Alter von 3.000 Jahren erreichen.

 Die Gleichenberger Heilquellen wurden bereits von den Römern genützt. Zeuge der frühen Nutzung ist der „Römerbrunnen“, der heute neben dem Curmuseum (der ehemaligen Trinkhalle) zu sehen ist. Der gut erhaltene Brunnenkranz wurde 1845 im Rahmen von Bauarbeiten entdeckt. Darunter fand man 74 römische Münzen und 12 versteinerte Haselnüsse aus dem 1.-3. Jh. n. Chr. Nach dem Ende der Römerherrschaft gerieten die Gleichenberger Heilquellen in Vergessenheit und wurden durch mehr als eineinhalb Jahrtausende nur von den Bauern der Umgebung genützt, die das Mineralwasser zum Mischen mit Most oder Wein verwendeten. Erst durch den Statthalter der Steiermark,

Mathias Constantin Reichsgraf von Wickenburg und den Grazer Arzt Dr. Ignaz Werlé wurden die Gleichenberger Quellen im Jahr 1834 wiederentdeckt. Noch im gleichen Jahr kaufte der von Graf Wickenburg gegründete Gleichenberger und Johannisbrunnen Actienverein die Quellen mit den umliegenden Grundstücken an, um die Grundlage für die Errichtung von Kureinrichtungen und Häusern zur Gästebetreuung zu schaffen. 

Die erste Cursaison im Jahre 1837 begann mit 118 Kurgästen aus der gehobenen adeligen Gesellschaft. Durch die Verbindungen Graf Wickenburgs als Gouverneur der Steiermark und geborenem Rheinländer besuchte fast der gesamte europäische Hochadel den neu gegründeten Kurort. Im Jahr 1890 kamen bereits 6.000 Besucher mit Gefolge, die fast die gesamte Saison von Mai bis Ende September blieben. In dieser Blütezeit des „Curortes Bad Gleichenberg“ war der Ruf bereits weit über die Grenzen der Donaumonarchie gedrungen.

Der Erste Weltkrieg brachte zwar einen Rückschlag, doch folgte darauf eine weitere Hochblüte mit über 8.000 Gästen im Jahre 1928. Einen scheinbar unaufholbaren Rückschlag in der Entwicklung des Kurbades brachte der Zweite Weltkrieg, vor allem das Jahr 1945. Für fünf Wochen war der Ort Kriegsschauplatz, nachdem er vorher drei Jahre als Lazarett-Ort gedient hatte. Einige der schönsten und repräsentativsten Gebäude, wie das große Kurhaus, die Villa Wickenburg oder das Vereinshaus (später Parkhotel) fielen wie auch andere dem Kriegsgeschehen zum Opfer und gingen in Flammen auf. Viele Häuser wurden beschädigt, fast alle geplündert. Im Anschluss an das Kriegsende erfolgte eine zwei Jahre währende Besatzungszeit, erst durch Sowjets, dann durch die Engländer. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Schäden mit großem Einsatz aller Verantwortlichen so rasch es ging behoben und der Kurbetrieb begann allmählich wieder anzulaufen.

Schon 1948 konnten wieder 5.000 Kurgäste und insgesamt 102.000 Nächtigungen verzeichnet werden. Anfang der 50er Jahre bis in die Mitte der 70er Jahre erfolgte die Planung und Errichtung des Kurzentrums Bad Gleichenberg, um den steigenden Gästezahlen gerecht zu werden, die 1970 mit 19.076 Gästen und insgesamt fast 340.000 Nächtigungen ihren Höchststand erreichten. Alle Kurgebäude wurden zu einem Bauensemble vereint, wobei man den Grundzügen der Vorgängerbauten treu blieb. 1972 erfolgte der Bau des Mineral-Thermalhallenbades. Die letzte Großinvestition war die Errichtung des Freibeckens im Jahre 1984. 2003 erfolgte dann der Projektstart zum modernsten Gesundheitsresort Österreichs.

Am 22. Jänner 2007 wurde in einem 1. Bauabschnitt das Therapiezentrum Bad Gleichenberg eröffnet. Im 2. Bauabschnitt folgten Therme und Hotel. Im Mai 2008 wurde das life medicine RESORT DAS KURHAUS Bad Gleichenberg eröffnet. Mit viel Gespür für den Ort haben die norwegischen Architekten Jensen & Skodvin dem life medicine RESORT Gestalt verliehen und zugleich eine neue Ära für den traditionsreichen Thermalkurort eingeläutet.

Mit seinem neuen Namen DAS KURHAUS Bad Gleichenberg bzw. DAS KURBAD Therme Bad Gleichenberg besinnt sich das Haus heute wieder seiner Wurzeln.

Kamen im 19. Jahrhundert und im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts die Gäste aus der adeligen Gesellschaft oder des sehr reichen Bürgertums, hat sich das mittlerweile geändert – ein Kuraufenthalt steht heute jedem, der etwas für seine Gesundheit tun will, offen.  (Text: Ria Mang)

Allee im Kurpark
Wiese im Kurpark
Bäume im Kurpark
Bubenskulptur im Kurpark
Blumen im Kurpark
Statue Graf von Wickenburg